Zwei Gitarren und ein Didgeridoo.

Wat issen Dat?

Geschichte zum Didgeridoo


Das Didgeridoo besteht aus einem 1 m bis 2,50 m messenden Abschnitt eines Eukalyptusstammes, der von Termiten ausgehöhlt wird. Die licht- und temperaturempfindlichen Termiten beschränken sich hierbei auf das extrem harte und trockene Kernholz des noch lebenden Baumes und meiden das Feuchtigkeit führende Splintholz, das für sie vermutlich auch toxisch wirkt.

Aus einigen bisher sehr seltenen Hinweisen in Form von Malereien wird im Allgemeinen gefolgert, dass die ersten Instrumente aus dem leichter zu bearbeitenden Bambus bestanden. In einigen Fällen wurden auch Stämme des Pandanus-Baumes verwendet, dessen weicher Kern herausgearbeitet werden kann. Erst seit der Einführung von Metall-Werkzeugen ist Eukalyptus das vorherrschende Material.

Mundstück

Das Mundstück besteht lediglich aus einem Wachsring zum Schutz der Lippen, der bei günstig gewachsenen oder gut verarbeiteten Instrumenten auch fehlen kann. Außerdem wird der natürlich vorgegebene Durchmesser des Holzrohres auf einen für den Spieler angenehmen Durchmesser verengt.

Vereinzelte Exemplare für besondere zeremonielle Funktionen sind aufwändig bemalt; diese Art der Bemalung wird inzwischen jedoch meistens speziell für den touristischen Verkauf angefertigt.

Auf Grund der einfachen Bauweise und des touristischen Wertes werden viele Didgeridoos inzwischen in rationalisierter Massenbauweise im außeraustralischen Ausland gefertigt, z. T. aus anderen Materialien wie z. B. Teakholz, Jackfruitholz (jeweils manuell aufgebohrt) und Bambus, u. a. auch in Indonesien, von wo aus sie auch nach Australien importiert werden.

Das Didgeridoo ist ein Aerophon, ein wichtiges klangbildendes Element ist eine schwingende Luftsäule. Die Länge und Form dieser Luftsäule bzw. die Abfolge verschiedener Volumina, gebildet durch Verengungen, Aufweitungen, Fraßspuren [2] etc., ist entscheidend für die Klangcharakteristik, die Tonhöhe und Spielbarkeit des Grundtones und der überblasenen Töne des jeweiligen Instrumentes. Die physikalischen Grundlagen, die für die individuelle Klangcharakteristik eines Didgeridoos bestimmend sind, wurden in letzter Zeit hinreichend beschrieben [3], so dass inzwischen Simulationen und Analysen von Didgeridoos möglich sind. So haben die meisten traditionellen Instrumente, die heute in Benutzung sind oder von denen Tonaufzeichnungen existieren, Grundtonhöhen im Bereich von C-G#, dementsprechend eine Grundtonfrequenz von 65,41 bis 103,83 Hz. Auch in den modernen Spieltechniken werden diese Tonhöhen bevorzugt, wobei entsprechend den musikalischen Anforderungen, der bevorzugten Stilistik oder aus experimentellen Gründen auch Instrumente von F1 bis A im Frequenzbereich von 43,66 bis 110,00 Hz gespielt werden.

Bereits eine einfache zylindrische Röhre reicht für die grundsätzliche, didgeridootypische Klangbildung aus. Daher kann der Klangeffekt des Didgeridoos genauso aus Röhren erzeugt werden, die aus einem anderen Material gefertigt sind, wie Pappe, Glas, Kunststoffe (z. B. zurechtgeschnittene oder mit aufgesteckten Erweiterungen versehene Plastikrohre aus dem Baumarkt), Faserverbundstoffe (GFK) u. ä. Die Härte und Schwingfähigkeit des Materials beeinflusst hierbei die Klangqualität.

Vielfach können auch andere Instrumente aus der Familie der Blechblasinstrumente mit tiefen Tönen mit didgeridoo-typischen Techniken gespielt werden, z. B. Tuba, Posaune, Alphorn. Da hier aber nicht der Grundton angespielt wird, ist das Obertonspektrum sehr viel schwächer ausgeprägt. Steckbare Alphörner können nach Entfernung des obersten Abschnittes brauchbare Didgeridoos ergeben.

Gelegentlich wird darauf hingewiesen, dass auch an anderen Orten weltweit Naturhörner didgeridooähnlich gespielt wurden, schlüssige Nachweise dafür sind jedoch problematisch. Insbesondere jedoch die Lure und die noch älteren irischen Hörner (Dords) haben ein Klangpotential, das eher auf sanftes, grundtonbezogenes Obertonspiel mit didgeridoo-ähnlichen Techniken denn auf die bisher vorausgesetzte trompetenartige Verwendung hinzuweisen scheint.

Trotz ihrer rein optischen und klanglichen Ähnlichkeit werden tibetische Langposaunen, afrikanische Kuhhorn- und Holztrompeten sowie papuanische Bambus-Langflöten nicht mit didgeridooähnlichen Techniken gespielt. Entscheidend ist hierbei auch, dass diese Instrumente nicht auf dem Grundton gespielt werden.

Claus spielt diese Didge
 

Geschichte zur Gitarre

Altertümliche ägyptische Gitarre (zwischen 1700 und 1200 v. Chr.)

Instrumente wie die Gitarre waren bereits vor 5000 Jahren in Gebrauch. Ein der europäischen Laute ähnliches Instrument ist bereits auf einem Relief aus dem Tempel des Hammurapi von Babylon (1792–1750 v. Chr.) zu finden. Ägyptische Zeichnungen zeigen Frauen, die Instrumente wie eine Gitarre aus der Zeit der Pharaonen spielen.[5] Die spanische Vihuela aus der Renaissance ist die Vorform der heutigen Gitarre. Sie hat einen schmalen Korpus und eine Wirbelplatte.

Etymologie

Der Name Gitarre wurde aus dem Spanischen entlehnt, wobei spanisch guitarra über arabisch qīṯāra letztlich auf das altgriechische Wort κιθάρα (Kithara) zurückgeht. Jedoch gehört dieses Instrument wie die Lyra zu den Leiern der griechischen Antike und ist eher ein Vorläufer der Zither oder des Psalters.

Im Arabischen wurde das Instrument auch als عود al-oud „das Holz“ bezeichnet, woraus sich das mittelalterliche Wort Laute ableitet. Zumindest lässt auch die Wortgeschichte darauf schließen, dass die Mauren vor dem 10. Jahrhundert die Oud, die zu dieser Zeit auch noch Barbat genannt wurde, nach Spanien brachten.

Vorgeschichte

Afrikanischer Mundbogen

Es wird vermutet, dass die Ursprünge der Gitarre auf eine Weiterentwicklung von Instrumenten zurückgehen, die ähnlich wie ein Monochord (Bild unten links) funktionieren. Solche Instrumente sind sehr wahrscheinlich aus einem einfachen Pfeil und Bogen entstanden.[6] Es gibt Höhlenzeichnungen in der Drei-Brüder-Höhle in Südfrankreich (ca. 14.000 v. Chr.),[7] welche vermutlich einen Musiker zeigen, der seinen Mundraum für einen sogenannten Mundbogen als Resonanzkörper verwendet (ähnlich einer Maultrommel).[8] Diese Vermutung stützt sich jedoch lediglich darauf, dass ähnliche Instrumente wie der Berimbau (Bild unten Mitte) noch heute im Einsatz sind und es zwischen solchen rudimentären Saiteninstrumenten und gitarrenähnlichen Instrumenten einen fast nahtlosen Übergang gibt.[9]

Solche gitarrenähnliche Instrumente sind z. B. die türkische Saz (Bild unten rechts) oder die indische Sitar. Der Vorläufer der Sitar war der persische Setar mit ursprünglich drei Saiten (se „drei“, tar „Saite“). Wann und wo erstmals auf einer echten Vorgängerin der Gitarre gespielt wurde, ist jedoch ungewiss. Abbildungen aus Mesopotamien und Ägypten von Saiteninstrumenten mit einem Hals sowie einem Resonanzkörper weisen auf einen Ursprung in den frühen Hochkulturen hin.

Die alten Griechen spielten auf Leiern (Jochlauten). Erst in hellenistischer Zeit verwendeten sie auch Lauten, deren Saiten sich im Unterschied zu den Leiern mit den Fingern an einem Griffbrett verkürzen ließen. Die Leiern bestanden aus einem Schallkörper, der nach oben in zwei seitliche Arme auslief, welche mit einem Querholz verbunden waren. In den so gebildeten Rahmen wurden die Saiten gespannt.

Das Leierinstrument erfreute sich, nach der Eroberung Griechenlands von dort importiert, im Römischen Reich großer Beliebtheit. Aber auch Saiteninstrumente mit Resonanzkasten und Hals waren in Gebrauch und machten sogar einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung. Der ursprünglich längs über den gesamten Resonanzkörper hinweg gehende Hals wurde nämlich stattdessen an den Körper angesetzt, wie es bei heutigen Gitarren auch noch der Fall ist. Diese Instrumente wurden hauptsächlich von der Unterschicht gespielt, also auch den Soldaten, die das Instrument während der Punischen Kriege (264–146 v. Chr.) nach Spanien brachten. Hier grenzt sich der Begriff Kithara jedoch von seiner griechischen Bedeutung ab und bezieht sich von nun an nicht mehr auf die ursprüngliche Jochlaute.

Mittelalter

Durch den Einfluss des Christentums änderten sich auch die Anforderungen an die Instrumente. Besonders die Entstehung der Mehrstimmigkeit forderte eine Weiterentwicklung der Bauform. Der Resonanzkörper wurde nun vorwiegend aus Brettchen zusammengeleimt und die Seitenteile nach außen gebogen, um dem Druck, der durch den angesetzten Hals ausgeübt wurde, standhalten zu können. Außerdem hatten die Instrumente keinen bauchigen Körper mehr, sondern einen zunehmend flachen, wie wir es von den heutigen Gitarren her kennen.

Zwar waren diese Instrumente auch im übrigen Europa bekannt, doch wurden sie hauptsächlich in Spanien verwendet. Seit dem Jahr 711 herrschten dort die Mauren, welche aus ihrer Heimat ein bereits voll ausgereiftes Instrument mitbrachten, die Oud (arab. al-oud „Holz“), eine arabische Laute, die ohne Bünde gespielt wird (Bild links). Aus der Oud entwickelte sich die Renaissancelaute in ähnlicher Bauweise (Bild Mitte), aber mit Bünden: Kordeln aus Darm oder ähnlich festem Material wurden im richtigen Abstand um den Hals „gebunden“. Die Spanier entwickelten aus ihr die Vihuela,[10] welche die gleiche Besaitung, aber einen flachen Körper hat (Bild rechts). Die Vihuela wurde bis zur heutigen Gitarre weiterentwickelt.

Renaissance, Barock und Romantik

Die Musik des 17. Jahrhunderts ist zum großen Teil in Form von Tabulaturen überliefert. Als jedoch in der Barockzeit die Gitarrenmusik akkordbetonter wurde, gelangen nur bei der Guitarra die nötigen baulichen Anpassungen; die Vihuela starb aus. Auch diese Entwicklung vollzog sich auf spanischem Boden, mitgeprägt durch Gaspar Sanz und seine Gitarrenschule (Instrucción de música sobre la guitarra española), und so wurde die Gitarre mit der Zeit als Guitarra española – nun fünfchörig – bezeichnet.

Mit dem Fortschreiten des Barock tendierte die Spielweise wieder vom rasgueado, dem Schlagen von Akkorden, zum kontrapunktischen Spiel, dem punteado, bis ein endgültiger Bruch schließlich in die Frühklassik mündete. Während dieser Zeit änderte sich die Besaitung der Gitarre ständig, da nun die Melodie, als tragendes Element, in den Vordergrund trat und viel experimentiert wurde, um neue Erfahrungen zu gewinnen.

Kurz vor 1800 fand eine Art Ringtausch zwischen Mandora und Gitarre statt. Die Gitarre, die als Barockgitarre rückläufig gestimmt worden war (e' – h – g – d' – a), übernahm die sechste Saite und die Stimmung der Mandora (e' – h – g – d – A – G, später auch e' – h – g – d – A – E). Die Mandora dagegen übernahm von der Gitarre die inzwischen eingeführte Besaitung mit einzelnen Saiten statt Chören. Ein später Erbe dieser Entwicklung auf Seiten der Mandora war die sogenannte Gitarrenlaute.

Auf diese Weise wandelte sich die fünfchörige Barockgitarre zur sechssaitigen Gitarre des 19. Jahrhunderts, mit einer robusteren und im Vergleich zu den vielen Verzierungen der Barockgitarre funktionaleren Bauweise. Für den Klang bedeutsam war der Einbau von Resonanzleisten, welche die Schwingungen auf den gesamten Körper übertrugen, wodurch die Töne lauter wurden.

Spätgeschichte

Ihre klassische Epoche durchlebte die Gitarre hauptsächlich in Wien und Paris. In Wien prägte Johann Georg Stauffer das Wiener Gitarrenmodell. Später als in diesen beiden Städten bildete sich in London ein weiteres Zentrum der Gitarre europäischen Ranges aus.

Die Hauptkomponisten für das Instrument waren neben anderen in Paris Fernando Sor, Dionisio Aguado, Pierre-Jean Porro und Napoléon Coste (1805–1883) sowie in Wien Mauro Giuliani, Johann Kaspar Mertz und Johann Dubez. In London waren zahlreiche Gitarristen, auch aus Deutschland stammend, wohnhaft. Die bekanntesten unter ihnen waren Leonhard Schulz, Wilhelm Neuland, Luigi Sagrini (* 1809), Felix Horetzky (1796–1870), Ferdinand Pelzer (1801–1861) und dessen Tochter Catharina Josepha Pratten (1821–1895). Zu den bedeutendsten Gitarrenvirtuosen nach Giulianis Lebenszeit zählte Giulio Regondi (1822–1872); er lebte ebenfalls die längste Zeit seines Lebens in London. Schon in der Romantik führten jedoch einige Entwicklungen wieder nach Spanien. Der Gitarrist Francisco Tárrega (1852–1909) beschritt dort mit seinen bis heute üblichen Griff- und Anschlagtechniken neue Wege. Zur gleichen Zeit vervollkommnete der Gitarrenbauer Antonio de Torres (1817–1892) die Gitarre in Form und Abmessungen, Anordnung der Decken-Verleistung und mechanischen Details.[11]

Zwar gab es im 20. Jahrhundert – auch bedingt durch Elektronik – viele Neuerungen, doch deren Auswirkungen werden sich erst zu einem späteren Zeitpunkt abschließend beurteilen lassen. Die Torres-Gitarre ist bis heute die Grundlage einer jeden klassischen Konzertgitarre geblieben.